Wer sich aktuell mit Generative Engine Optimization (GEO) beschäftigt, stößt schnell auf Tools, die die Sichtbarkeit einer Marke in KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity, Claude oder Gemini mit einem einzigen Score bewerten. Diese Kennzahlen sind ein sinnvoller Einstieg. Mehr aber auch nicht.
Denn die eigentliche Frage lautet nicht: „Wie sichtbar ist unsere Marke?“ Sondern: „Für welche Zielgruppe möchten wir in welchem Kontext sichtbar sein?“
Genau hier unterscheiden sich gute von oberflächlichen GEO-Analysen – und genau hier setzen wir bei Lichtblick Digital an, wenn wir für unsere Kunden generative Sichtbarkeit analysieren und aufbauen.
Der größte Fehler: zu generisch analysieren
Viele Analysen arbeiten mit wenigen generischen Prompts. Beispielsweise „Beste Logistikberatung“, „Software für Produktion“ oder „Cloud-Anbieter Deutschland“. Diese Prompts liefern zwar erste Erkenntnisse, spiegeln aber selten die tatsächlichen Such- und Rechercheprozesse potenzieller Kunden wider.
Gerade im B2B entstehen Kaufentscheidungen deutlich spezifischer. Ein Produktionsleiter stellt andere Fragen als ein CIO. Ein Geschäftsführer sucht anders als ein Einkäufer. Ein Unternehmen aus der Pharmaindustrie recherchiert anders als ein Unternehmen aus dem Maschinenbau. Das deckt sich mit einem Grundprinzip, das wir bei jedem GEO-Projekt anwenden: LLMs bewerten keine Seiten, sie beantworten Bedürfnisse – und diese Bedürfnisse sind im B2B rollenabhängig, nicht linear. Wer eine GEO-Analyse ausschließlich anhand generischer Fragen aufsetzt, misst also im Zweifel gar nicht die Sichtbarkeit, die für das eigene Geschäft zählt.
Deshalb muss sich jede seriöse Analyse zunächst mit einer strategischen Frage beschäftigen: In welcher Nische möchten wir überhaupt sichtbar werden?
Big Fish oder Small Pond?
Eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen im GEO-Kontext erinnert an ein bekanntes Prinzip aus dem Marketing: Möchten wir ein kleiner Fisch in einem großen See sein – oder ein großer Fisch in einem klar definierten Teich?
Viele Unternehmen versuchen, für sehr allgemeine Begriffe sichtbar zu werden. Dabei liegen die größten Chancen häufig in klar definierten Marktsegmenten. Ähnlich wie früher bei Long-Tail-Keywords im klassischen SEO geht es heute darum, sehr konkrete Fragestellungen zu identifizieren. Nicht „ERP-Software“, sondern zum Beispiel: ERP für mittelständische Maschinenbauer, ERP für Lebensmittelproduktion, ERP für internationale Produktionsstandorte, ERP für Unternehmen mit SAP-Landschaft.
Je spezifischer die Fragestellung, desto relevanter wird die eigene Expertise – und desto eher wird ein Unternehmen in genau den Momenten genannt, die tatsächlich zu einer Anfrage führen.
Die Qualität der Prompts entscheidet über die Qualität der Analyse
Eine seriöse GEO-Analyse beginnt deshalb nicht mit einem Tool. Sie beginnt mit einer Prompt-Strategie, die verschiedene Ebenen abdeckt:
Generische Prompts liefern einen ersten Überblick über die grundsätzliche Sichtbarkeit.
Branchenbezogene Prompts zeigen, wie sichtbar die Marke innerhalb ihrer Kernmärkte ist.
Persona-spezifische Prompts klären: Welche Antworten erhält ein CIO? Welche ein Einkaufsleiter? Welche ein Produktionsleiter? Welche eine Geschäftsführung?
Problemorientierte Prompts setzen dort an, wo Kaufentscheidungen tatsächlich entstehen. Menschen suchen selten nach Produkten. Sie suchen nach Lösungen für konkrete Herausforderungen. Genau diese Fragestellungen müssen Bestandteil jeder Analyse sein.
Diese Struktur ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass eine GEO-Analyse überhaupt etwas über die eigene Marktposition aussagt – statt nur über einen abstrakten, kaum interpretierbaren Score.
Wettbewerber gehören zwingend zur Analyse
Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, ausschließlich die eigene Sichtbarkeit zu betrachten. Mindestens genauso wichtig ist die Frage: Welche Wettbewerber werden stattdessen genannt?
Dabei geht es nicht nur um klassische Marktteilnehmer. Oft werden auch Beratungen, Softwareanbieter, Verbände, Fachmedien, Plattformen oder Hersteller genannt. Erst durch diesen Vergleich wird sichtbar, wie KI-Systeme den Markt tatsächlich strukturieren – und wo die eigene Marke in dieser Struktur fehlt.
Nicht jedes KI-System funktioniert gleich
Ein weiterer Irrtum besteht darin, alle KI-Systeme gleich zu behandeln. Die technische Architektur unterscheidet sich teilweise erheblich. ChatGPT, Claude oder Gemini basieren auf unterschiedlichen Modellarchitekturen und greifen – je nach Konfiguration – auf unterschiedliche Wissensquellen und Suchmechanismen zurück. Perplexity verfolgt wiederum einen anderen Ansatz und integriert aktuelle Webquellen sehr stark in seine Antworten.
Dadurch entstehen teilweise unterschiedliche Ergebnisse für dieselbe Fragestellung. Eine fundierte GEO-Analyse sollte deshalb immer mehrere Systeme vergleichen, anstatt nur ein einzelnes Tool zu bewerten.
Technik oder Inhalt? Die Ursachenfrage
Wenn eine Marke nicht genannt wird, stellt sich unmittelbar die nächste Frage: Warum? Die Ursache kann sehr unterschiedlich sein.
Technische Faktoren, etwa strukturierte Daten, technische Website-Struktur, interne Verlinkung, Performance oder Crawlbarkeit. Genau hier setzt auch unser Drei-Ebenen-Ansatz aus Schema Markup, LLM-View und llms.txt an, mit dem wir Websites für KI-Crawler lesbar machen.
Inhaltliche Faktoren, etwa fehlende Themenschwerpunkte, unklare Positionierung, fehlende Use Cases, geringe thematische Tiefe oder fehlende Autorität.
Strukturelle Faktoren, etwa geringe Markenpräsenz, wenige Erwähnungen, fehlende Fachbeiträge oder geringe digitale Vernetzung außerhalb der eigenen Website.
Die eigentliche Aufgabe einer guten GEO-Analyse besteht darin, diese Ursachen sauber voneinander zu trennen – denn die Maßnahme, die daraus folgt, ist in jedem Fall eine andere.
GEO ist keine Score-Disziplin
Ein einzelner Sichtbarkeitswert vermittelt häufig den Eindruck objektiver Vergleichbarkeit. Für strategische Entscheidungen reicht das nicht aus. Eine gute GEO-Analyse beantwortet vielmehr folgende Fragen:
Für welche Zielgruppen möchten wir sichtbar sein? Für welche Probleme möchten wir genannt werden? Welche Prompts bilden diese Situationen ab? Welche Wettbewerber werden heute empfohlen? Welche Unterschiede bestehen zwischen den KI-Systemen? Welche Ursachen verhindern Sichtbarkeit? Welche Maßnahmen haben den größten Hebel?
Erst diese Fragen machen aus einer technischen Auswertung eine strategische Entscheidungsgrundlage.
Warum das kein isoliertes Technik-Thema ist
Diese konzeptionelle Arbeit lässt sich nicht getrennt vom Rest der digitalen Präsenz denken. Ein digitales Ökosystem verbindet die Website als zentralen Hub mit CRM, Marketing Automation, Content-Strategie und Analytics – der Schlüssel liegt nicht in der Einzellösung, sondern im Zusammenspiel. Für GEO gilt das in besonderem Maße: Eine Marke, die auf der Website andere Kernbegriffe nutzt als auf LinkedIn oder in Personenprofilen, sendet widersprüchliche Signale – an Menschen und an KI-Systeme gleichermaßen..
Eine GEO-Analyse, die nur den technischen Status quo einer Website prüft, aber die Zielgruppenlogik, die Positionierung und die Konsistenz über alle digitalen Kanäle hinweg ausblendet, bleibt deshalb zwangsläufig unvollständig. Sie beantwortet höchstens die Frage „Wo stehen wir heute?“ – nicht aber „Wofür wollen wir eigentlich stehen?“
Fazit
GEO entwickelt sich gerade zu einer der wichtigsten Disziplinen im digitalen Marketing. Der größte Fehler besteht jedoch darin, Sichtbarkeit ausschließlich über einen einzigen Score zu bewerten.
Entscheidend ist nicht, wie sichtbar eine Marke insgesamt ist. Entscheidend ist, ob sie in den relevanten Entscheidungsmomenten der richtigen Zielgruppe als passende Antwort erscheint.
Genau deshalb beginnt eine gute GEO-Analyse nicht mit einem Tool. Sie beginnt mit einem klaren Verständnis des eigenen Marktes, der Zielgruppen und der strategischen Positionierung – eingebettet in ein digitales Ökosystem, das Strategie, Content und Technik als Einheit denkt, nicht als Aufzählung von Einzelmaßnahme.
Sie möchten wissen, wie Ihr Unternehmen heute in ChatGPT, Perplexity und Co. tatsächlich sichtbar ist – und für welche Zielgruppen und Fragestellungen genau? Wir entwickeln mit Ihnen eine GEO-Analyse, die nicht bei einem Score endet, sondern bei einem klaren Maßnahmenplan beginnt.