Backlinks waren gestern. Im klassischen SEO galt lange Zeit ein eher simples Mantra: Je mehr (und je bessere) Backlinks eine Seite hat, desto relevanter ist sie. Google hat das über Jahrzehnte perfektioniert und SEOs haben ganze Industrien um Linkbuilding herum aufgebaut.
Doch mit dem Aufkommen von Generative Engine Optimization (GEO) verschiebt sich das Spielfeld. Large Language Models wie ChatGPT oder Gemini denken anders. Für sie reicht es schon, wenn dein Unternehmen oder deine Lösung erwähnt wird, und zwar auch ohne klickbaren Link.
Vom Backlink zum Named Entity
Suchmaschinen wie Google brauchen Links, um Relevanz zu messen. LLMs (Large Language Models) brauchen Kontexte, um Vertrauen zu simulieren.
Das bedeutet:
- Während Google prüft, wie stark deine Website „vernetzt“ ist,
- verknüpfen LLMs Inhalte über Named Entities (also Personen, Marken oder Unternehmen), die im Text vorkommen.
Wenn also dein Unternehmen in einem Fachartikel, auf LinkedIn oder in einer Branchenstudie erwähnt wird, kann ein Sprachmodell diese Information, auch wenn es keine URL dazu gibt, nutzen.
Warum das wichtig ist
Stell dir vor, eine Entscheiderin fragt ChatGPT: „Welche Agenturen in Deutschland sind Vorreiter beim Thema B2B-Marketingstrategie?“
Das Modell durchsucht nicht deine Backlink-Profile, sondern sein eigenes trainiertes Wissen. Und da zählt jede Erwähnung in einem relevanten Kontext – ob in Fachmedien, Podcasts, Slideshares oder Whitepapern.
Mit anderen Worten: Es geht nicht mehr nur darum, verlinkt zu werden. Es geht darum, im Gespräch zu sein.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
- Content streuen, nicht bunkern
Inhalte gehören nicht nur auf die eigene Website. Fachartikel, Interviews, Studienbeiträge oder Podcast-Auftritte erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Modelle dich als „relevant“ wahrnehmen. - Markennamen konsistent nutzen
Mal „Lichtblick Digital“, mal „Lichtblick GmbH“, mal nur „Lichtblick“? Für Menschen okay, für Modelle verwirrend. Einheitliche Benennung hilft, dass Erwähnungen richtig zugeordnet werden. - Neue Offpage-Kanäle denken
Klassische PR und Earned Media bleiben wichtig – ergänzt um neue Plattformen, die LLMs stark crawlen:- Github (bei technischen Themen)
- SlideShare & ResearchGate (bei Studien)
- LinkedIn & Newsletter (bei Fachdebatten)
- Monitoring erweitern
Backlink-Tools allein reichen nicht mehr. Spannend wird: Wo wird unsere Marke erwähnt? Tools für Brand Mentions und Social Listening gewinnen damit eine neue Relevanz.
- KI-Bots als Traffic-Quelle sichtbar machen
Viele Besuche über ChatGPT & Co. tauchen in Analytics heute noch als „Direct“ auf. Wer verstehen will, welchen Impact Erwähnungen wirklich haben, sollte neue Referrer und Traffic-Muster aktiv messen. Einen pragmatischen Ansatz dazu haben wir in unserem Beitrag zu KI-Bots als Traffic-Quelle beschrieben.
Fazit
Die Spielregeln im Offpage-Bereich ändern sich gerade radikal. Backlinks sind immer noch nett, aber für GEO sind Erwähnungen der eigentliche Rohstoff.
Wer es schafft, die eigene Marke in relevanten Diskussionen, Studien und Fachmedien sichtbar zu machen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass KI-gestützte Antworten genau diesen Namen nennen.
Oder anders gesagt: „Linkbuilding ist tot. Es lebe das Mention Building.“