Alle sprechen derzeit über Generative Engine Optimization (GEO) – also die Frage, wie Websites künftig nicht nur für Google und Bing, sondern auch für ChatGPT, Gemini oder Copilot optimiert werden können. Bevor es jedoch um Optimierung geht, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Status quo: Wie groß ist der Anteil dieser neuen Quellen auf meiner Website eigentlich wirklich?
Die Antwort ist: schwer messbar, aber nicht unmöglich. Viele KI-Bots liefern keinen eindeutigen Referrer oder tauchen schlicht als „Direct“ auf. Dennoch lässt sich mit einem pragmatischen 80/20-Ansatz schnell ein realistisches Bild gewinnen.
Erste Orientierung in den Daten
In Google Analytics 4 finden sich unter den Benutzerakquisitions-Berichten die relevanten Quellen. Wer gezielt nach Referrern wie
- chat.openai.com,
- gemini.google.com oder
- copilot.microsoft.com
sucht, erhält zumindest ein erstes Bild, wie stark die KI-Bots bereits Traffic generieren. Vollständig ist das nicht, aber es reicht, um Entwicklungen sichtbar zu machen.
Struktur durch eigene Kanalgruppen
Um nicht jedes Mal manuell suchen zu müssen, empfiehlt es sich, eine eigene Kanalgruppe „AI Referrals“ einzurichten. So werden alle relevanten Quellen automatisch gebündelt, und der Anteil am Gesamttraffic lässt sich auf einen Blick ablesen.
Veränderungen beobachten statt Momentaufnahmen
Spannend ist weniger der heutige Wert. Ob 0,5 % oder 2 % macht kaum einen Unterschied. Entscheidend ist die Dynamik: Bleibt der Anteil konstant niedrig? Steigt er langsam, Woche für Woche? Oder gibt es plötzliche Sprünge nach neuen Feature-Releases der Bots? Diese Bewegungen sind der Schlüssel, um die Relevanz von GEO realistisch einzuschätzen.
Dashboard als Basislinie
Ein Looker-Studio-Dashboard, das live mit GA4-Daten gespeist wird, schafft die nötige Transparenz. Es macht die Entwicklung kontinuierlich sichtbar und wird damit zur Basislinie, auf der sich künftige GEO-Strategien aufbauen lassen.
Warum jetzt?
Die Frage ist nicht, ob Generative Engine Optimization kommt, sondern wann und wie schnell sie an Bedeutung gewinnt. Wer heute beginnt, Vergleichswerte zu sammeln, hat in einigen Monaten ein klares Bild. Wer wartet, verpasst diese Frühphase und kann später nicht mehr nachvollziehen, wie stark sich die Landschaft tatsächlich verändert hat.
Fazit
Perfekte Messung ist heute nicht möglich. Aber ein hemdsärmeliger 80/20-Ansatz reicht völlig, um den Impact sichtbar zu machen, das Bewusstsein im Team zu schärfen und GEO-Strategien auf einem soliden Fundament zu entwickeln.
Mehr dazu in unserem Beitrag Generative Engine Optimization (GEO) und in unserem GEO-Workshop.